Veranstaltungskalender 3. Quartal

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Kienbaum

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Der Ort "Kynbomen" wurde etwa Mitte des 13. Jahrhunderts als Klosterdorf des Klosters Zinna gegründet und befand sich bis ca. 1550 unter dessen Herrschaft. Als Namensgeber des Dorfes soll ein uralter Kienbaum (Kiefer) in dessen Mitte fungiert haben. Die Geschichte dieses Ortes als Siedlungsplatz reicht wahrscheinlich jedoch viel weiter zurück. Liebenberg, heute ein Ortsteil Kienbaums, auf der andere Seite der Löcknitz, wurde bereits 1247 urkundlich als "wüstes Städtchen" erwähnt. Noch im 15. Jahrhundert hieß ein Flurstück dort "Die alte Stadt". In frühgeschichtlicher Zeit könnte der Berg als strategisch wichtiger Punkt an einer Passstelle durch das "Rote Luch" Standplatz einer Burganlage gewesen sein. Es gab hier Funde aus slawischer Zeit, darunter große Urnen. Die alte Stadt Liebenberg ist jedoch im Dunkel der Geschichte versunken.


Auch Kienbaum ging zweimal unter. Während der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert und im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) wurde das Dorf völlig vernichtet, jedoch immer wieder aufgebaut. Nach diesem Kriege entstand ein neues kleines Angerdorf. In der Mitte lagen die Kirche, der Krug und später auch die Schule. Auch die bereits 1471 erwähnte Liebenburger Mühle auf der linken Seite der Löcknitz überdauerte die Jahrhunderte.

 

Kienbaum war im Mittelalter ein bedeutender Ort der Waldbienenzucht. Die Umgebung bot den Bienen damals eine mannigfaltig blühende Pflanzenwelt. Als Bienenstöcke dienten hohle Baumstämme oder sogenannte Klotzbeuten, die in die Bäume gehängt wurden. Honig war zu dieser Zeit sehr begehrt, denn es gab noch keinen Zucker. Alljährlich im August fand hier der "Bienenkonvent" statt, ein Treffen der Beutner und Zeidler (Imker) aus dem Barnimer und Lebuser Land. Eine andere wichtige Erwerbsquelle war der Fisch- und Krebsfang in der Löcknitz. Der Löcknitzkrebs war von Feinschmeckern so begehrt, dass er nach Berin Köln und Paris versandt wurde. Die Krebspest in den 1870er Jahren machte diesem Reichtum ein Ende.

 

Als die Handelsstraße nach Frankfurt hier vorbeiführte, war Kienbaum Zoll- und Poststation. Neben der Poststraße über Erkner-Hangelsberg-Fürstenwalde war sie die älteste Verkehrsverbindung zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) und verlief in ihrer Linienführung durch den Kageler Seenpass und den Liebenberger Löcknitzpass. Um 1694 passierten zweimal wöchentlich eine fahrende und einmal in der Woche eine reitende Post den Ort. Dass Kienbaum auch Zollpunkt war, brachte seine Lage an der Löcknitz, die durch Jahrhunderte hindurch eine Grenze zwischen den verschiedensten Herrschaftsbereichen war, mit sich. Einen Zollverwalter gab es in Liebenberg noch bis zum Jahre 1800. Die Abgelegenheit des Ortes von dem im 20. Jahrhundert ausgebauten Verkehrsverbindungen führte dazu, dass Kienbaum ein Dorf mit wahrhaft ländlichen Verhältnissen blieb.

 

Geheimnisvolle Brände in den Jahren 1891, 1893, 1894 und 1896 waren für den Schriftsteller Gerhart Hauptmann (1862-1946) Anlass zur Komödie "Der rote Hahn" (1901). Die Dorfbewohner forderten statt der Strohdächer auf ihren Lehmhäusern feuerfeste Ziegeldächer von ihrer Feuerversicherung. Aber es führte kein Weg dahin. Plötzlich brannten mehrere Häuser in Kienbaum. Brandstiftung sollte die Ursache sein, konnte jedoch nie nachgewiesen werden.
An den Dichter und die Ereignisse erinnert noch heute das nahe der Kirche stehende Gerhart-Hauptmann-Denkmal mit dem roten Hahn.


Veranstaltungen

13.01.2018
Weihnachtsbaumverbrennen in Kienbaum
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